Der ganz normale „Fahrsinn“

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(Teil 1)

Oedt(abs) Das geflügelte Wort: Sport ist Mord, das dem ehemaligen englischen Premierminister Winston Churchill (* 30. November 1874 in Woodstock England; † 24. Januar 1965 in London) zugeschrieben wird, stimmt nicht nur  bedingt. Besonders wenn über 70 % der Bevölkerung Sport ablehnen.

Wem gehört die Ortschaft? foto:abs

Die meisten Menschen übertreiben ihre Sportlichen Aktivitäten, die fast als Missbrauch des eigenen Körpers zu sehen ist, wenn die Belastbarkeitsgrenzen überschritten werden. Dies passiert zwangsläufig, weil wir den eigenen Sport professionalisieren und so interpretieren, als könnten wir ohne Sportliche Betätigung nicht gesund leben. Oft ist das Gegenteil der Fall, wie Sportmediziner immer wieder feststellen müssen.

Der Mensch verwechselt körperliche Aktivität mit der Herausforderung, seinen Körper bis an die Grenzen der Belastbarkeit zu peitschen.

Hierzu gehört auch der Satz: Fahrradfahren ist gesund. Wer normal zu Arbeit oder zum Einkaufen mit dem Rad fährt, auf dem trifft dies wohl zu, wenn er dann lebend an seinem Ziel ankommt. In einer Gesellschaft, in der Stadtplaner rund ums Auto planen und entsprechende Quartiere bauen dürfen, gute Radwege aus Kostengründen nicht angelegt oder Saniert werden, KFZ-Führer Rad- und Fußwege zeitweise zurück erobern dürfen, so ganz ohne Konsequenzen, so lange werden Unfallzahlen und Todesfälle permanent steigen.
Alleine 2014 starben rund 400 Radfahrer durch Unfälle im Strassenverkehr. Das ist eine Steigerung um 29 Tote zu 2013.

Lommetz beim Strassenfest in Oedt: "Handabdruck" gegen den steigenden Verkehr
Lommetz beim Strassenfest in Oedt: “ 10 Meter Handabdruck“ gegen den steigenden Verkehr foto:abs

Fast 78.000 Radler wurden zum Teil schwer verletzt. Auch eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von fast 8 %. Dabei gehen die Unfallforscher der Versicherer von einer viermal höheren Zahl aus, weil nicht alle Verletzungen der Polizei gemeldet werden. „Kleinigkeiten“ behandelt man selbst.

Interessant dürfte dabei sein, das weit über die Hälfte der Unfälle Innerorts passieren und rund 60 % der tödlich verunglückten Fahrradfahrer älter als 65 Jahre waren. Tendenz steigend. Besonders wenn der Demographische Wandel und die steigende Zahl der Elektroräder berücksichtigt wird.

Kinder
10 Meter gegen den Verkehr in Oedt foto:abs

Kein Verkehrsmittel variiert z.Zt. so, wie Fortbewegungsmittel mit zwei, drei oder sogar mit einem Rad. Jeder möchte etwas ausgefallenes Fahren, ohne sein eigenes Können oder Vermögen zu hinterfragen. Kaufen und losfahren ist die Devise. Es wird schon nichts passieren. Auch wenn man die Verkehrsregeln weder kennt noch befolgt, sein Fahrzeug noch unbekannt ist, oder sich einfach nur als Verkehrsteilnehmer überschätzt.

http://standpunkt-grefrath.de/critical-mass-oedt-18-09-2015/

Dabei tritt man gerne, wie so oft, von Oben nach Unten: LKW gegen PKW. PKW gegen Zweiradfahrer und Zweiradfahrer gegen Fußgänger. Keiner nimmt den anderen Verkehrsteilnehmer für gleichwertig und Ideologien werden gerne als Kampfansage hervorgekramt, mit der sogenannten ethischen Überlegenheit von Fahrradfahrern oder der Aggressivität der Autofahrer. Ein Teufelskreis, aus dem kaum heraus zu kommen ist.

Wird fortgesetzt:

„Von Geisterradler, Autofahrende Aggressoren und die trügerische Sicherheit durch Fahrradstreifen und Querungen in Oedt“

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