Freundschaft ist die Blüte eines Augenblicks und die Frucht der Zeit

Der Verein der Freunde von Frévent und Gerbstedt in Grefrath, hat die Vorbereitungen zum  50 jährigen Bestehen der Freundschaft mit Frévent weitestgehend abgeschlossen

 

 

Dieser runde Geburtstag wird  Pfingsten in  Grefrath gefeiert

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Le moulin Blondel sur la Canche à Frévent. Die Blondel-Mühle an der Canche

 

Gleichzeitig ist Gerbstedt in Sachsen-Anhalt seit genau 20 Jahren Mitglied im Verein der Freunde von Frévent und Gerbstedt

Delegationen aus beiden Städten werden am Pfingstsamstag erwartet / Die ersten Kontakte wurden bereits im April 1964 geknüpft

 

Die Freundschaft wurde offiziell besiegelt vor genau 50 Jahren „Ostern 1966 in Frévent“

Von Manfred Baum

Grefrath / Frévent / Gerbstedt.  Aristoteles hat einst gesagt: „Ein Freund ist eine einzige Seele, die in zwei Körpern wohnt.“ Und Voltaire hat ergänzt: „Freundschaft ist die Ehe der Seele.“ Die Liebe war stets eine hübsche Blume, die Freundschaft aber eine ganz süße Frucht. Wenn dem dann so ist, dann ist die Freundschaft zwischen den beiden Kommunen Frévent in Frankreich und Grefrath in Deutschland und inzwischen auch Gerbstedt in Sachsen-Anhalt (entstanden nach der Wiedervereinigung) eine ganz besondere Freundschaft.

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Diese Karikatur schuf der Grefrather Karikaturist Heinz Stenmanns vor 40 Jahren zum zehnjährigen Bestehen

Freundschaft fordert auch Einsatz. Und diesen Einsatz haben die drei Kommunen bewiesen. Schon Martin Luther hat gesagt: „Frieden erhalten ist besser, als Frieden schließen.“ Und der Frieden blieb erhalten. Gott sei Dank.

Blicken wir noch einmal zurück auf die Anfänge der Freundschaft mit Frévent. In den früheren 1960 er Jahren, als die offizielle Politik zwischen Deutschland und Frankreich, gut 15 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieg, als sich unter Konrad Adenauer und Charles de Gaulle der deutsch-französische Freundschaftsvertrag entwickelte, griff man im Rathaus von Frévent erstmals den Gedanken einer Partnerschaft mit einer deutschen Kleinstadt auf. Es wurden Kontakte geknüpft zum früheren deutschen Ortskommandanten von Frévent Major Nagel. Der Sohn von Nagel war bei der Kreisverwaltung Kempen Assessor. So wurde auch Kreisdirektor Böttges aufmerksam auf eine mögliche Städtepartnerschaft. Man war im Grefrather Rathaus (Bürgermeister Strucken und Gemeindedirektor Dr. Müllenbusch) der Ansicht, dass die Friedensbemühungen zwischen Deutschland und Frankreich nicht nur eine Sache der Regierungen sein dürften.

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Rathaus in Frevent. (foto:marc roussel)

Im April des Jahres 1964 reisten dann erstmals Kreisdirektor Böttges und Gemeindedirektor Dr. Müllenbusch nach Frévent und trafen unter anderem auf Vertreter der Stadt Frévent. Mit gemischten Gefühlen hatten sie sich auf die  beiden Gemeinden „geschichtsträchtige Reise“ begeben. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, sah damals wahrlich anders aus. Frévent hatte zweifelsohne wesentlich mehr gelitten, als Grefrath. Unter anderem durch eine jahrelange Besatzung.

Vom ersten Tag an war es eine ganz herzliche und aufgeschlossene Freundschaft. Die Partnerschaft Grefrath-Frévent gehörte 1966 zu den ersten Versuchen in Deutschland die deutsch-französische Versöhnung und Verständigung zu untermauern. Die ersten Jugendaustausche wurden besonders gründlich vorbereitet. Sprachkurse wurden in der Volkshochschule angeboten. Die kommunalpolitischen Eigenheiten waren in Frévent viel ausgeprägter, als in Grefrath, als Beispiel. Inzwischen war auch in Grefrath Willi Lommetz (Vater von Manfred Lommetz) Bürgermeister in Grefrath geworden. In Frévent war es mit Dr. Cuallacci ein temperamentvoller Korse. Vieles, ja fast alles war Neuland für die Gemeinde Grefrath. Die sprachlichen Schwierigkeiten waren vorhanden.

Die ersten Jugendgruppen wurden im Jahr 1965 ausgetauscht. In den ersten zehn Jahren nahmen über 500 Jugendliche aus Frévent und Grefrath und über 70 Betreuer aus beiden Kommunen am Austausch teil. Es sollten noch viele Vereine folgen. Nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1970 auch aus Oedt.

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Gelöbnis der Freundschaft (repro:m.baum)

Die offiziellen Partnerschaftsveranstaltungen fanden vor genau 50 Jahren, zu Ostern 1966 in Frévent und zu Pfingsten 1966 in Grefrath statt. Den Weg dazu geebnet hatte die Jugend aus Frévent und Grefrath. Partnerschaftsurkunden wurden damals ausgetauscht und es gab ein „Gelöbnis der Freundschaft.“Ebenso wurde alsbald der „Verein der Freunde von Frévent“ ins Leben gerufen.     Festliche Aufnahme im Oedter Rathaus am Pfingstsonntag 1966.

Damals war  Dieter Dohmessen Grefrather Bürgermeister und Gerta Offergeld, die Vorsitzend es Verein der Frévent von Frévent. Sie war SPD-Ratsfrau aus Oedt und ist später nach Frévent gezogen. In Frévent haben junge Menschen aus Grefrath und Frévent geheiratet. Dabei gab es erstmals einen ökumenischen Gottesdienst mit der Beteiligung der katholischen (aus Frévent) und der evangelischen Geistlichkeit aus Grefrath (Pfarrer Gräber). Als die Freundschaft mit Frévent begann gab es noch keine Autobahn.  So dauerte die Busfahrt zwei Stunden länger, als heutzutage.

Karikatur
Heinz Stenmanns

Unvergessen ist Madame Wattebled, die die Partnerschaft mit Leben erfüllt, wie auch der inzwischen 96 jährige Franz Kordsmeyer,  Bürgermeister Josef Lepers, oder der Freventiner Bürgermeister Dr. Pruvost, oder Gertrud Böckenförde, um nur einige zu nennen. Die erste geschlossene Gruppe von Bürgern, die Frévent  besuchte, aus der Niersgemeinde Grefrath, das war im Jahr 1971 die Oedter Sängervereinigung 1900/11. Unvergessen sicherlich auch die Fahrt von Jupp Verlinden (früherer Dirigent des Grefrather Musikverein), der ein „Schwanenpärchen“ aus dem Dorenburgweiher nach Frévent brachte. Später stellte sich jedoch heraus, dass es kein Pärchen war. Bürgermeister Dr. Pruvost nahm sogar mal an einer Jagd in Grefrath teil, nach Ablegung der Jagdprüfung. Seit vielen Jahren führt Max Titulaer (CDU-Ratsherr aus Oedt) den Verein der Freunde von Frévent und Gerbstedt mit großem Einsatz. Inzwischen haben sich die Besuche untereinander zu Pfingsten, jeweils den Ort wechselnd) etabliert. Die Partnerschaft ist gefestigt und wird lebendig gehalten, wenn es auch heute die Fahrten von anderen Vereinen kaum noch gibt.

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Das schönste und auffallendste Straßenschild in der Gemeinde Grefrath. (foto: m.baum)

Das Programm zu Pfingsten 2016 in Grefrath

Pfingstsamstag (nachmittags) Ankunft der Gäste aus Frévent und Gerbstedt

Am Abend geselliger Abend in der Albert-Mooren-Halle ab 20 Uhr

 

Am Pfingstsonntag 10.30 Uhr Messe in St. Laurentius Grefrath mit anschließender Niederrheinischer Kaffeetafel im Cyriakushaus am historischen Grefrather Marktplatz

Der Nachmittag wird in den Gastfamilien verbracht.

Pfingstmontag : Besichtigung der Burg Uda

Am Nachmittag: Heimfahrt.

 

Bilder

 

 

 

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