Tierquäler und Tierqualen als Tradition

Ein Resümee

 

Grefrath ist kein Vorreiter, sondern hinkt erbärmlich hinter anderen Kommunen hinterher.

Es sind die kleinen Dinge, die eine Kommune heraus heben. Manchmal auch leider die Bedenkenträger, die nur damit Beschäftigt sind, Argumente zu suchen, warum etwas nicht funktionieren kann.
Dabei vergessen sie, dass der Kopf rund ist und man einfach auch mal anders herum denken darf. Oder liegt es einfach nur daran, wer und welche Partei einen Antrag oder eine Anfrage stellt?

Affee

So geschehen am Montag, den 30. November 2015 im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Grefrath.
Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, gemeindeeigene Grundstücke nicht mehr an Zirkusse zu vergeben, die Wildtiere zur Belustigung von Zuschauer mit sich führen (Link) , wurde zum großen Teil von Seiten der Grefrather CDU mit Argumenten abgelehnt, an denen man sehen konnte, wie fadenscheinig und unbedarft sie an die Thematik heran gegangen sind:

• wir sind zwar für Tierschutz,
• ABER:
• solche Zirkusse haben Tradition;
• Zirkusse werden gründlich überprüft;
• Stellt die Gemeinde keine Grundstücke zur Verfügung, weichen sie auf bäuerliche Wiesen aus;
• das muss die Bundesregierung regeln.

 

Kette

„Wildtier-Aufführungen im Zirkus sind nicht zeitgemäß.“

   Bernhard Paul

Mitbegründer und Zirkusdirektor des Circus Roncalli

 

Alleine in Europa (Stichtag: 02.04.2015) haben 20 Staaten Zirkusse mit Wildtieren verboten. Weit über 30 Kommunen haben sich dem angeschlossen und vergeben keine kommunalen Grundstücke mehr an Zirkusse, die Wild-/Exotische Tiere zur Schau stellen.

Auch eine Argumentation, das Veterinäramt würde die Zirkusunternehmen ständig Kontrollieren, ist ein Argument, das alleine durch den logischen Verstand widerlegt wird. Hunderte von Skandalen in der Tierhaltung, verarbeitenden Fleischindustrie, Rückrufe von Lebensmittel, Gammelfleisch Skandale uva in den letzten Jahren, zeigt doch, wie „gut“ unsere angeblichen „guten Kontrollen“ funktionieren. Und welches Veterinäramt z.B. im Kreis Viersen hat einen ausgewiesenen Fachmann für Wildtiere, wie Elefanten, Tiger, Löwe oder Bären?

Die rechtliche Grundlage für die Haltung von Wildtieren im Zirkusbereich, ist völlig unzureichend und dient nur einer miserablen Orientierungshilfe. Standard müsste im Grunde die Mindestanforderungen und Vorschriften für Zoos sein. Dann käme man dem Tierschutz ein bisschen entgegen.

Laut Forsa sind ca. 70 % der Bundesbürger für ein Untersagen der Vorführungen mit Wildtieren in Zirkussen.
Ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus, bzw. von bestimmten Tierarten, wird von einer großen Mehrheit der Bundesländer und von vielen Parteien unterstützt.

fahrrad
Der Bundesrat hat mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestimmt.

Die Bundestierärztekammer spricht sich klar für einen Zirkus ohne Wildtiere aus.

Nur die Grefrather CDU entzieht sich einer eigenen Entscheidung. Sie möchte noch Jahre und Jahrzehnte abwarten, bis in Berlin entschieden wird, um nur nichts Falsches zu unterstützen und um sich notfalls auf Vorgaben der Bundesregierung heraus reden zu können.

 

 

„Wer Gott gehorcht, kümmert sich um das Wohl seiner Tiere, wer Gott missachtet, hat kein Herz für sie“
(Sprüche 12,10)

 

Also weiter in „guter alter Tradition: abwarten und Tee trinken. Berlin wird es schon richten“. Nur keine eigene Verantwortung übernehmen, dann können wir auch nichts falsch machen.
So, wie es auch vor Jahren mit der Ächtung von Kinderarbeit in den Steinbrüchen war und Grefrath es ablehnen sollte, solche Steine, Grabsteine in Grefrath zu verwenden.

Wer war da der Bedenkenträger? Natürlich die Partei, die sich das Christliche groß auf ihren Fahnen geschrieben hat.

Peitsche

Am 30 November 2015 hat der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Grefrath entschieden, dass die Kommune weiter gemeindeeigene Grundstücke an Zirkusbetrieben, die Wildtiere mit sich führen, vergibt.

Das Abstimmungsergebnis:

Zustimmung (SPD & Bündnis 90/Die Grünen) 6;

Ablehnung (CDU) 6;

Enthaltungen (FDP & CDU) 2

Kommunen die keine Grundstücke an Zirkusse vergeben

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