Die Reise in die Vergangenheit

Burqu foto/m.armesen

Ein Kommentar zur unseligsten Diskussion der letzten Jahre

oedt/abs. Jedenfalls hat die allgemeine Diskussion es geschafft, Menschen mit islamistischen Glauben als potentielle Täter aufzubauen und jeden zum Verdächtigen zu machen und eine ganze religiöse Gruppe unter Generalverdacht zu stellen. Und das nur, weil eine Regierung unfähig ist, die wirklichen Probleme lösen zu wollen. Es ist ja auch viel einfacher Grundrechte aller Menschen in der BRD mit fadenscheinigen und asozialen Argumente zu beschneiden.

Als ich vor Jahren den Film: „Die Insel“ gesehen habe, hatte ich noch den Gedanken, diese Zukunftsaussicht ist in unserem Jahrhundert nicht möglich. Jetzt, 2016 weiß ich es besser. Wir sind mit riesen Schritten auf den Weg dorthin und laufen der Diktatur hinterher. Wir lassen uns gegenseitig ausspielen, verblendet, in dem wir freiwillig vorgesetzte Feindbilder als Tatsache akzeptieren und sogar weiter verbreiten.

Unser Aufschrei, als aus den konservativen Kreisen der Begriff „Leitkultur“ 60 Jahre nach einem perversen und mörderischen Faschismus, Hoffähig gemacht wurde, ist vergessen. Ebenso Fassbinders Zeigefinger mit „Angst essen Seele auf“, der doch Damals so hoch gelobt wurde.

Qur´an foto/el7bara
Qur´an/foto/el7bara

Und dann die Argumentation mit unsere Kultur! Unseren Werten! Unsere Werte stehen seit 1949 im Grundgesetz und die sollten nicht nach Belieben oder je nach Mode verändert werden. Denn das ist unsere Kultur nach den verbrecherischen Jahren unter den Nationalsozialisten.
Doch wir verarbeiten Ängste, die ja keiner abstreiten will und kann, in dem wir Grundfreiheiten, Grundrechte und soziale Probleme durch Polizeigewalt lösen möchten. Dabei geht es nicht um Burqu, Niqab oder Tschador, sondern um ein populistisches Anbiedern an Mitläufer der AFD und anderen rechten Gruppierungen.

Falsch ist es auch, der Handvoll Frauen, die diese Gewänder tragen, religiöse Motive abzusprechen und nur von einer Unterdrückung der Frau zu faseln. Denn es gibt Suren im Qur’an, aus denen man interpretieren kann, das sie eine Verschleierung vorschreiben.

Im Gegensatz zu unseren „Christlichen Werten“ , wo Frauen seit Jahrtausenden bis heute unterdrückt werden. Wo es Kleidervorschriften und Rituale gibt, die kein Gott oder Prophet jemals erlassen hat. Wo eine Symbolik und ein Prunk aufgebaut wurden, den wir als „Christlichen Wert“ hochhalten, aber nur durch Unterdrückung von ganzen Völkern, angehäuft wurde. „Christliche Werte“ in dem gläubige Menschen verängstigt und manipuliert werden. „Christliche Werte“ in dem Menschen zu einem Leben manipuliert werden, aus dem sie nur heimlich und mit schlechtem Gewissen stundenweise ausbrechen können. „Christliche Werte“ die sich von Missbrauch zu Missbrauch mit Abhängigen hangelt. Und trotzdem sind wir in der Lage und auch Willens nicht jedem Kuttenträger als Täter zu sehen, sondern wir differenzieren.
Nur beim Islam, bei Islam schalten wir unsere Objektivität ab. Schade eigentlich.

Gutenbergbibel foto/raul654
Gutenbergbibel/foto/raul654

Und hinter allem sollte die Frage stehen: welche Macht, was für eine Legimitation geben wir Behörden oder Regierungen, Menschen vorzuschreiben, wie sie sich zu kleiden haben und was sie nicht anziehen dürfen?

Print Friendly, PDF & Email