Eine Manöverkritik mit Denkanstößen

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Demographischer Wandel, was ist das?

Frank Schirrmacher im: “Das Methusalem-Komplott“
„Die heutige Jugend muss schon aus eigenem Überlebensinstinkt – die Diskriminierung des Alters bekämpfen.“

Grefrath.(abs)  Der Start des Bürgerforums im Cyriakushaus mit Abgeordnete des Bundes- und Landtags, Bürgermeister und Fraktionspolitiker von SPD und Grüne der Gemeinde Grefrath, war vollgepackt mit Informationen und Lösungsansätze, wie man diesen Wandel als Chance wahrnehmen und gestalten könnte.
Im Geheimen wünschte man sich ein proppenvolles Cyriakushaus, als am Samstag das erste gemeinsame Bürgerform von SPD und Grüne startete. Jedoch glänzten Kreisgrüne, ebenso wie Lokalpolitiker von CDU und FDP durch ignorierender Abwesenheit, so als ob das Thema der der Zukunft: „Demographischer Wandel“ weder für Grefrath, noch für andere Kommunen eine Bedeutung hat.
Bei den rund 60-70 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren erstaunlich viele junge Menschen anwesend und es entwickelte sich eine rege Diskussion, aus der erkennbar wurde, welche Sorgen, Nöte, aber auch welche Erwartungen die Menschen an Politik und Gesellschaft haben. Dabei wurde deutlich, dass es keine Patentlösungen und Geheimrezepte gibt, aber Gestaltungsmöglichkeiten jedes Einzelnen sein Umfeld mitzugestalten. Dabei ist natürlich Voraussetzung, Menschen und deren Anliegen ernst zu nehmen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und sich mit ihren berechtigten Sorgen, ernsthaft auseinander zu setzen. Es reicht keineswegs nur zu informieren, sondern endlich zu erkennen, was ihnen Wichtig ist, damit jeder sein Umfeld nach seinen Möglichkeiten mitgestalten kann. Erst dann gehen wir einen Schritt in die richtige Richtung und bieten Raum für Engagement ohne in einer politischen Ecke zu drängen und können so motivieren und qualifizieren.

Begrüßung (Foto abs)

Politik muss Neugierde wecken, denn sonst werden wir die Probleme der nächsten 30 Jahre kaum in den Griff bekommen. Denn immer mehr Menschen meinen, sie hätten immer weniger Zeit für gesellschaftliches Engagement. Dieser Trend muss dringend umgekehrt werden, sonst zerstören wir uns selbst und die Menschenwürde bleibt auf der Strecke. Denn es gibt nicht „die Betroffenen“, sondern nur ein „wir Betroffene“.
Ebenso sollten man Lösungen auch quer denken dürfen, auch wenn es von sogenannten Realpolitikern arrogant als Utopie abgetan- und in der Ecke der Spinnerei gestellt wird.
Wichtige Punkte wären da:
Jeder Bürger zahlt in die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung ein.
Grundeinkommen und Grundrente dürfen nicht länger ein Tabuthema sein. Durch dieses soziale Umdenken, wenn Menschen nicht mehr dem Zwang ausgesetzt sind, ihren Lebensunterhalt nachzureisen und/oder mehrere Jobs auszuüben, wäre der Größte Teil der Kosten gedeckt und Angehörige würden sich intensiver mit Pflege und Betreuung befassen können und so die Sozialkassen entlasten.

Auditorium (Foto abs)

Stadt- und Quartiersentwicklung muss endlich an den Menschen angepasst werden und nicht an dem Verkehr und die kläglichen Reste dürfen dann die Menschen benutzen- wenn sie den Verkehr nicht stören.. Denn noch immer werden Innenstädte nach Verkehr- und Verkehrsaufkommen geplant und nicht danach, wie Menschen in Zukunft leben können oder leben möchten. Zwar werden wir immer älter, doch die Unsicherheit steigt genauso wie gesundheitliche Einschränkungen, an denen unsere Infrastruktur endlich angepasst werden muss.
Was natürlich auch bedeutet, dass wir alle vom Jugendwahn Abschied nehmen und nur noch das Menschsein in den Mittelpunkt stellen, so dass die Menschenwürde, die wir so oft zitieren, endlich für alle zur Selbstverständlichkeit wird.
Unser Umfeld, besonders der Lebensraum jedes Einzelnen muss so variabel gestaltet werden können, dass er problemlos, kostenneutral und zeitnah den Lebenssituationen angepasst werden kann. Das beinhaltet Wohnen, Versorgung und Mobilität. Es darf z.B. nicht so weiter gehen, das ältere Menschen sich ins Auto setzen müssen, weil sonst keine Versorgung möglich ist und Autofahren flexibler und kostengünstiger ist, als der ÖPV, der seinen Namen schon lange nicht mehr verdient. Personenverkehr muss auf langer Sicht kostenlos, flächendenkend und besonders in ländlichen Gebieten den städtischen Vorgaben angeboten werden, um die Mobilität aller zu gewährleisten.

Dabei soll aber nicht verhehlt werden, dass eine solch gravierende Umstrukturierung Geld kosten wird und endlich das Tabuthema Finanzierung angegangen werden muss. Das gesamte Gesellschaftssystem muss auf den Prüfstand, ob es noch so ins nächste Jahrhundert passt, oder endlich der Mensch die erste Priorität besitzt.

Referenten aus Bund,Land und Kommune (Foto abs)

Hier gibt es mehr der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen…

Presse RP

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