Gutverdiener blockieren den preiswerten Wohnraum

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oedt/abs. Sozialer Wohnungsbau, der in der Vergangenheit ein gutes Instrument war, Menschen mit geringem Einkommen, eine menschenwürdige Unterkunft zu gewährleisten, wird seit Jahren sträflich vernachlässigt. Experten gehen von ca. 400.000 Wohneinheiten pro Jahr aus, die gebaut werden müssten. Doch Land auf und Land ab, werden die heutigen Lebensgewohnheiten vieler Menschen einfach nicht berücksichtigt. Luxussanierungen und Luxusbauten machen das Menschenrecht auf Wohnen nicht mehr bezahlbar. Hinzukommen weit über 50 % der belegten Sozialwohnungen, sind von Menschen bewohnt, die eigentlich eine Wohnung auf dem freien Markt anmieten müssten, weil sie auf Grund ihres Einkommens nicht in einer sozialen Wohnung gehören. So nehmen Gutverdienende den sozial schwachen Menschen den bezahlbaren Wohnraum weg.

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Hinzu kommt der explodierende Grundstückspreis, Mangel an Bauland und die Hürden, die für Baulandwidmung aufgebaut sind. Ebenso wird der demographischer Wandel im Bausektor nicht oder kaum berücksichtigt und die Veränderungen der Lebensweise von Menschen (immer mehr Singelhaushalte) fließen kaum in der Gestaltung von Wohnraum ein. Barrierefreiheit im Wohnungsbau ist immer noch eine Seltenheit und neue Formen, wie z.B. Jung und Alt unter einem Dach, werden nur zögerlich umgesetzt.

Unsere Herausforderungen für bezahlbaren Wohnungsbau sind:

1. Immer mehr Singelhaushalte,
2. Altengerechte Wohneinheiten,
3. Wohnraum für Studenten
4. Integration von Flüchtlingen kann nur mit gutem Wohnraum erfolgen.

In den Ballungsräumen, in der Mensch noch eine adäquate Beschäftigung finden kann und deren Einwohnerzahlen auch deswegen seit Jahren steigen, sind scheinbar die Wohnungsnot am größten. Nur, sich auf Ballungsgebiete zu fokussieren, wäre falsch, denn der ländliche Raum leidet an der Verödung. fehlende oder schlechte Infrastrukturen und Beschäftigungen. Das, der Wohnungsbau und der teilweise katastrophale Nahverkehr, spielen hier scheinbar eine untergeordnete Rolle. Doch mit dem Resultat, dass immer mehr Menschen, besonders junge Menschen zu den Ballungscentren strömen und ländliche Kommunen dadurch schrumpfen, verarmen und/oder beschleunigt vergreisen.

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