
abs/oedt. Noch vor wenigen Jahren schien ein Krieg auf deutschem Boden unvorstellbar. Heute sieht die Lage anders aus: Die Bundeswehr arbeitet gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Unternehmen an einem geheimen Operationsplan. Sein Name: „Operationsplan Deutschland“ (OPLAN DEU).
Bundeswehr warnt Kommunen vor möglichem Krieg in Europa
Den Anfang nahmen unsere Recherchen mit einer Szene in einer größeren Stadt. Dort erhielt der Bürgermeister Besuch von einem hochrangigen General. Die Botschaft war deutlich: Ein Krieg in Europa sei nicht mehr unwahrscheinlich – auch Deutschland könnte direkt betroffen sein.
Daraufhin begannen Gespräche zwischen Bundeswehr, Bürgermeistern und Landräten im ganzen Land. Offiziell bestätigt die Bundeswehr, dass diese Treffen stattfinden. Sie sind Teil des geheimen OPLAN DEU.
Was Kommunen jetzt vorbereiten sollen
Kommunen werden aufgefordert, sogenannte Heimatschutzkonzepte zu entwickeln. In diesen Plänen geht es um ganz konkrete Fragen:
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Welche Straßen und Brücken sind für
oleg_mit / Pixabay unverzichtbar?
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Welche Infrastruktur muss im Kriegsfall besonders geschützt werden?
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Wie können Strom, Wasser und Kommunikation nach einem Bombenangriff schnell wiederhergestellt werden?
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Welche Bunker oder Zivilschutzanlagen können reaktiviert werden?
Damit rückt ein Szenario in greifbare Nähe, das viele Menschen bislang weit von sich wiesen: Deutschland soll kriegstüchtig gemacht werden.
Auch die Wirtschaft ist eingebunden
Nicht nur Städte und Gemeinden sind gefragt. Auch Unternehmen sollen im Ernstfall ihren Beitrag leisten. Laut dem Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sieht der Operationsplan ausdrücklich vor, dass Betriebe „wehrfähige Mitarbeiter“ freistellen müssen. Private Firmen könnten also direkt in die Kriegsvorbereitung eingebunden werden.
Geheimhaltung statt öffentlicher Diskussion

Brisant ist vor allem eines: Die Bevölkerung erfährt von diesen Maßnahmen bislang so gut wie nichts. Während in Rathäusern und Amtsstuben bereits an Szenarien für den Ernstfall gearbeitet wird, bleibt die breite Öffentlichkeit außen vor.

Dabei geht es nicht um kleine Übungen, sondern um die konkrete Frage: Wie überlebt Deutschland einen möglichen Krieg auf eigenem Boden?
Zeit für eine offene Debatte
Die Geheimhaltung mag aus militärischer Sicht nachvollziehbar sein. Doch eine Demokratie lebt von Transparenz. Wenn Kommunen, Wirtschaft und Bundeswehr bereits Kriegspläne umsetzen, dann sollten die Bürgerinnen und Bürger wissen, worauf sie sich einstellen müssen.
Es ist höchste Zeit, dass dieses Thema nicht länger hinter verschlossenen Türen verhandelt wird. Deutschland muss diskutieren, was Kriegstüchtigkeit bedeutet – bevor es zu spät ist.