abs/oedt. Die vor Monaten plötzlich aufkommende Debatte um die sogenannte „kulturelle Aneignung“ fand ich persönlich ja irgendwo zwischen belustigend und maßlos überzogen. Ein nettes Sommerloch-Thema für Empörungswillige – weiter nichts.
 Doch was ich wirklich nicht lustig finde, ist, wenn im Wahlkampf mit Unehrlichkeit gearbeitet wird. Da sollte man sich nicht den „großen Vorsitzenden Merz“ als Vorbild nehmen – oder will man jetzt ernsthaft bundespolitische Taschenspielertricks ins beschauliche Grefrath importieren?

CDU schmückt sich mit fremden Federn

Alles, womit sich die Grefrather CDU aktuell im Wahlkampf schmückt, sind keine eigenen Erfolge. Nein – es handelt sich um Maßnahmen, die in Wahrheit aus der Bürgerschaft heraus, vom parteilosen Ex-Bürgermeister Manfred Lommetz, von Dr. Räppel, Wolfgang Rive oder gleich vom gesamten Rat der Gemeinde Grefrath initiiert wurden. Und dieser Rat besteht nun mal aus vier Parteien, nicht nur aus der CDU.
Die Selbstdarstellung als alleiniger Macher ist daher nichts weiter als politisches Marketing – und zwar vom billigsten (oder besser gesagt: vom teuersten) Sortenregal.

Von „zu teuer“ zu 14,5 Millionen Euro

Was mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben ist: die klare Aussage von CDU und FDP, dass der Kauf des Johnson-Kontrollgebäudes – inklusive Hallen und Grundstück – für unter 2 Millionen Euro „zu teuer“ für Grefrath sei.
Das Resultat dieser Weitsicht?
Heute bauen wir ein „preiswerteres“ Rathaus – für derzeit 14,5 Millionen Euro. Natürlich ohne die Zusatzkosten wie Umbauten, Infrastrukturmaßnahmen, Umzüge und Miete für das Interimsrathaus, den Bürgerservice, Mum e.V. und Älterwerden e.V. Die Nebenkosten laufen mindestens drei Jahre weiter.
Wer hier noch von Sparsamkeit spricht, muss vermutlich auch glauben, dass ein 5-Sterne-Hotel günstiger ist als eine Ferienwohnung – nur weil das Frühstück im Preis enthalten ist.

Keine CDU-Leuchtturmprojekte – sondern Gemeinschaftsarbeit

Die Vermarktung von Gewerbe- und Wohngebieten, der Ausbau von Schulen, Werkhallen und Kindergärten, Projekte wie am Reinersbach – all das sind keine „Leuchtturmprojekte“ der CDU im Rat der Gemeinde Grefrath. Diese Vorhaben entstanden unter der Führung von Bürgermeister Lommetz, durch die Verwaltung und durch Entscheidungen des gesamten Gemeinderates.
Die CDU kann daran genauso wenig exklusiven Anspruch anmelden wie ein Zaungast am Applaus im Theater.

Fazit

Politische Ehrlichkeit ist kein Luxus, sondern eine Bringschuld. Wer Wahlkampf mit verdrehten Tatsachen führt, sollte damit rechnen, dass ihm diese früher oder später um die Ohren fliegen.
Liebe CDU Grefrath – bleibt bitte bei den Fakten. Sonst wird aus dem „Glanz“ ganz schnell nur noch stumpfer Wahlkampfstaub.

Nachzulesen Z.B.:
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