Wir wußten von nichts
Wie sollen Regierungsmitglieder rechtsextreme Parteien zurückdrängen, wenn ihre eigene Politik und Sprache in eine ähnliche Richtung weisen?
Ein Kanzler, der sich lange gegen Transparenz bei eigenen Einnahmen gestellt hat.
Ein Kanzler, der bei zentralen gesellschaftlichen Fragen Haltung vermissen ließ.
Ein Kanzler, dessen politische Entscheidungen von vielen als Signal in die falsche Richtung verstanden werden.
Ein Kanzler, der in internationalen Konflikten oft zu leise bleibt, während Zivilisten leiden.
Ein Kanzler, dem von vielen Menschen Empathie gegenüber sozial Schwächeren abgesprochen wird.
So entsteht bei vielen der Eindruck: Es wird nicht gegengesteuert, sondern eher verstärkt.
Die Frage drängt sich auf:
Wo bleibt der Widerspruch?
Auf der Straße, in den Kommunen, im Land?
Wo sind die klaren Stimmen aus den Parteien selbst?
Aus der SPD?
Aus den Reihen der CDU, die sich noch an christlich-soziale Werte gebunden fühlen?
Stattdessen entsteht oft das Gefühl von Stillstand.
Niemand will anecken.
Alles läuft weiter, als wäre nichts.
Dabei geht es um mehr als parteipolitische Auseinandersetzung.
Es geht um Haltung.
Um Grenzen.
Um die Frage, in welche Richtung sich dieses Land bewegt.
Und genau diese Frage bleibt im Raum stehen.
