Stinksauer
Ich bin einfach nur stinksauer!
Wir sind eines der reichsten Länder der Welt und benehmen uns trotzdem, als könnten wir die Augen schließen und darauf hoffen, dass das Problem von selbst verschwindet. Seit Wochen erleben wir die Vorboten dessen, was der Klimawandel bedeutet: Felder, Gärten und öffentliche Anlagen müssen künstlich bewässert werden. Kommunen verbieten unnötigen Wasserverbrauch. Flussbetten werden zu Rinnsalen. Menschen sterben an den Folgen der Hitze. Wälder brennen.
Und was machen wir?
Wir diskutieren, relativieren, verschieben und tun so, als hätten wir noch unendlich viel Zeit. Dabei steuern wir sehenden Auges auf eine Welt zu, in der drei Grad Erderwärmung keine abstrakte Zahl mehr sind, sondern unsere Lebensbedingungen verändern werden.
Als hätten wir einen Ersatzplaneten in der Hinterhand.
Vielleicht sollten wir uns auch einmal fragen, was passiert, wenn die Folgen des Klimawandels nicht mehr nur andere treffen. Wenn nicht mehr über Menschen gesprochen wird, die ihre Heimat verlassen müssen, sondern darüber, dass auch bei uns Regionen unbewohnbar oder schlicht nicht mehr lebenswert werden.
Dann könnten wir selbst zu Klimaflüchtlingen werden.
